Risiko Zeckenbiss ?!

An dieser Stelle ein paar Informationen zum Thema Zecke, damit Sie ein eventuelles Gesundheitsrisiko bei einem Zeckenbiß realistisch einschätzen können.

Wo halten sich Zecken auf ?

Zecken leben in Bodennähe. Sie sitzen auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz.
Sie beißen kleine Säugetiere wie Igel und Mäuse, befallen aber auch den Menschen.
Die Zecke (Ixodes ricinus = Holzbock) produziert zwar kein Gift, kann aber Krankheitserreger übertragen.

Das Aussehen der Zecke

Die Zecke hat einen eiförmigen rot bis hellbraunen Körper von 1-2 mm Größe. Nach einer Blutmahlzeit kann sie durchaus eine Länge von über 1 cm erreichen. Sie hat ein hartes Rückenschild, am Kopf befinden sich spezielle Mundwerkzeuge, mit denen sie stechen und saugen kann.

Bei diesem Vorgang können, falls die Zecke selbst infiziert ist, Viren oder Bakterien übertragen werden.

Es können, je nach Gebieten in Deutschland, zwei Arten von Erregern übertragen werden.

I. Das FSME -VIRUS (Frühsommermeningoenzephalitis),

das zu Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen kann.
FSME- übertragende Zecken gibt es innerhalb Deutschlands nur in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen, Sachsen und Thüringen, ferner in Österreich, der Schweiz ( Rhein- und Bodenseegebiete), im französischen Elsaß, in Südschweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Albanien, Bosnien, Kroatien, Serbien, Slowenien, Tschechien, Rußland, Polen sowie in Japan und China.
An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass selbst in diesen Risikogebieten nur ungefähr 1 bis 5 von 100 Zecken das Virus übertragen kann.

Die Virusinfektion beginnt meist wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Typisches Symptom ist häufig eine gewisse Steifheit des Nackens. Es sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.
Dabei ist zu beachten, daß die ersten Symptome u.U. erst vier Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten können.
Vor der FSME-Erkrankung kann man sich durch eine Schutzimpfung schützen.
Diese Impfung wird für Personen empfohlen, die in einem der oben genannten Endemiegebiete (Endemie = örtlich begrenztes Auftreten einer Infektionskrankheit) leben oder Urlaub machen und sich häufig in Wäldern und Wiesen aufhalten.

Verbreitungsgebiete von FSME übertragenden Zecken


Auch kann kurz nach einem Zeckenbefall ein Immunglobolin eingesetzt werden. Damit können Jugendliche ab 14 und Erwachsene behandelt werden, die in einem Endemiegebiet -siehe Karte- von Zecken befallen wurden.Die Wirksamkeit ist jedoch nicht garantiert.


II. Borrelia burgdorferi

Desweiteren sind Zecken Bakterienüberträger, hier sei besonders das Bakterium Borrelia burgdorferi, das zur sog. Lyme-Borreliose, einer bakteriellen Infektion führen kann, hervorgehoben. Diese Infektion zeigt sich meist durch einen großen roten Hof rund um die Bißstelle. (Siehe Bild).Bei einigen Personen zeigen sich erst nach Wochen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine Schwellung der Lympfknoten. Bitte achten Sie nach einem Zeckenbiß auf diese Symptome. Sie sollten dann sofort einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt können sonst chronische Gelenkschmerzen bis hin zu Entzündungen des Herzmuskels und der Hirnhäute auftreten. Erstaunlicherweise kann die Erkrankung jederzeit spontan ausheilen. Handelt es sich tatsächlich um die bakterielle LYME- Borreliose, so ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Der Verlauf ist dann meist komplikationslos.

Typische Hautverfärbung bei einer Lyme-Borreliose


5 bis 30% aller Zecken sind von dem Bakterium Borrelia burgdorferi befallen und können somit den Menschen infizieren.
Es gibt sie im gesamten Bundesgebiet sowie überall in Mittel-, Ost- und Nordeuropa, in Nordamerika und Australien.

Wie können wir uns vor Zecken schützen?

Einen gewissen Schutz vor Zeckenbissen bietet geschlossene Kleidung. Außerdem kann man die Haut mit zeckenabweisenden Mitteln einreiben oder einsprühen. Nach einem Spaziergang oder Gartenarbeit sollte man den Körper nach Zecken absuchen.

Erste Hilfe bei Zeckenbefall:

Zecken müssen sofort aus der Haut entfernt werden.
Wenn möglich sollte dies mit einer speziellen Zeckenzange (aus der Apotheke) erfolgen. Ist diese nicht vorhanden, fassen Sie den Parasiten mit einer Pinzette oder den Fingernägeln soweit vorne wie möglich. Durch leichtes Hin- und Herdrehen wird die Zecke gelockert und langsam nach oben gezogen. Danach wird die Bissstelle desinfiziert.
Die Zecke sollte nicht, wie früher empfohlen, mit Öl oder Klebstoff entfernt werden, da hierbei der Krankheitserreger noch leichter übertragen werden könnte. Auch darf die Zecke nicht zerdrückt werden.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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